Willkommen im Netzwerk der Geschichte: Das Wikinger-Museum Saarbrücken lädt zum Tag des offenen Denkmals 2026!
Liebe Freundinnen und Freunde der Archäologie, liebe Geschichtsbegeisterte und Kulturinteressierte,
wenn steinerne Zeugen der Vergangenheit zu uns sprechen, dann lauschen wir im Wikinger-Museum Saarbrücken ganz besonders aufmerksam. Es ist mir eine Freude, Sie im Namen unseres gesamten Teams zu einem der bedeutendsten Kulturevents des Jahres für den Denkmalschutz einzuladen: Am Sonntag, dem 13. September 2026, öffnen wir weit unsere Tore für den bundesweiten Tag des offenen Denkmals!
Dieses fest etablierte Kulturevent wird seit Jahrzehnten mit dem Ziel veranstaltet, historische Orte und archäologische Stätten für die breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Es macht den Wert unseres gebauten Erbes sichtbar und führt uns vor Augen, warum der Schutz dieser Zeitzeugnisse eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Koordiniert und getragen wird dieser Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Als private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland setzt sich die DSD für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Diese Arbeit lebt vom Mitmachen: Jede und jeder Einzelne kann die Stiftung unterstützen – sei es durch gezielte Spenden, eine Mitgliedschaft oder durch ehrenamtliches Engagement vor Ort. Weitere Informationen zum offiziellen Rahmen finden Sie direkt auf der Hauptseite zum Tag des offenen Denkmals sowie auf der speziellen Unterseite zum Tag des offenen Denkmals Motto.
Das offizielle Jahresmotto für 2026 lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Dieses Motto passt zu unserem Haus, da historische Denkmale nicht isoliert existieren; sie sind Knotenpunkte in einem Netz aus Handelswegen, Kommunikationslinien, Befestigungen und kulturellen Strömungen, die unsere Landschaften über Jahrhunderte hinweg geformt haben.
Die Kulturlandschaft im Saarland: Ein starkes Netzwerk
Der Tag des offenen Denkmals lebt von der Vielfalt. Auch in diesem Jahr verbindet uns ein Netzwerk mit den historischen Institutionen unseres Bundeslandes. Basierend auf den Akteuren der saarländischen Denkmalpflege präsentieren sich Ihnen am Aktionstag verschiedene Orte:
- Museum Schloss Fellenberg (Merzig): Diese Institution befasst sich mit regionaler Kunst- und Heimatgeschichte, untergebracht in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts. Sie verbindet historische Architektur mit dem umliegenden Paul-Schneider-Skulpturen-Park. Der Fokus liegt auf wechselnden Kultur- und Geschichtsausstellungen der Region.
- Teufelsburg (Überherrn-Felsberg): Die im 14. Jahrhundert errichtete und später zerstörte Burganlage wird heute durch bürgerschaftliche Denkmalpflege erhalten. Der dortige Förderverein vermittelt Aspekte des Rittertums anhand von Ausgrabungsfunden und Rüstungen im integrierten Kleinmuseum. Ihr Fokus liegt auf der Erlebbarkeit des mittelalterlichen Alltags.
- Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Völklingen): Als Industriedenkmal zieht dieses ehemalige Eisenwerk Besucher an. Der Ort zeigt die erhaltene Industrie-Infrastruktur des 20. Jahrhunderts und dient heute als Kulturort. Der Fokus liegt hier auf Ausstellungen und der Vermittlung saarländischer Industriegeschichte.
- Eisenwerk und Siedlung Alte Schmelz (St. Ingbert): Diese Institution fokussiert sich auf das Zusammenspiel von historischer Arbeitswelt und dem Alltag der Arbeiter. Das Denkmal umfasst ein Ensemble der saarländischen Schwerindustrie. Ihr Fokus liegt auf dem Erhalt von Werkstätten und der dazugehörigen Arbeitersiedlung.
- Heimat- und Burgmuseum Kirkel (Burgruine Kirkel): Die auf einem steilen Buntsandsteinfelsen gelegene Höhenburg gilt als eine Landmarke des Saarlandes. Das Museum widmet sich der Aufarbeitung der Burggeschichte und der Verknüpfung mit der lokalen Identität. Der Fokus liegt auf der Erhaltung der Burganlage zur langfristigen Sicherung für den Kulturtourismus.
Das Denkmalsnetzwerk direkt in Saarbrücken
Saarbrücken verfügt über eine vielschichtige Denkmallandschaft. Am Tag des offenen Denkmals zeigt sich unsere Stadt als ein eng verknüpftes historisches Zentrum.
Orientiert am Programm für den Regionalverband, das Sie über die Denkmalsuche Saarbrücken einsehen können, präsentieren sich folgende Mitstreiter und Denkmale direkt in unserer Stadt:
- Burg und Schloss Saarbrücken (mit den unterirdischen Wehranlagen): An diesem Ort verschmelzen die Epochen von der mittelalterlichen Burg über die Renaissance bis zum Barockbau von Friedrich Joachim Stengel. Zu sehen sind unter anderem die 14 Meter tiefen, freigelegten Kasematten. Informationen zum Verwaltungssitz erhalten Sie auf der Regionalverband Saarbrücken Homepage.
- Historisches Museum Saar: Direkt am Schlossplatz gelegen, dokumentiert dieses Haus die saarländische Landesgeschichte. Dazu gehört auch die Aufarbeitung der erhaltenen Gestapo-Arrestzellen im Nordflügel als Teil der Erinnerungskultur.
- Ludwigskirche und Ludwigsplatz: Als barockes Kirchenensemble ist die Ludwigskirche ein bekanntes Wahrzeichen Saarbrückens. Nach der Innenraumsanierung bietet der Aktionstag die Gelegenheit, die historischen Handwerkstechniken und den hellen Stucksaal zu besichtigen.
- Vorgeschichtliche Wallbefestigung & Historisches Kupferbergwerk (Stiftswald St. Arnual): Dieses Bodendenkmal zeigt die frühe Infrastruktur im Raum Saarbrücken. Zu sehen sind die rund 800 Meter langen keltischen Wälle sowie die unterirdischen Wege des alten Kupferbergwerks. Offizielle Informationen und Denkmallisten stellt das Landesdenkmalamt Saarland bereit.
- Ehemaliges Verwaltungsgebäude der Landesversicherungsanstalt (LVA) des Saarlandes: Dieses Verwaltungsgebäude aus den frühen 1950er Jahren ist ein Zeugnis der Nachkriegsmoderne. Es zeigt, wie zeitgemäße Nutzung und Denkmalschutz miteinander verbunden werden können.
- Forsthaus Pfaffenkopf (Burbach): Ein Jägerhaus fürstlicher Jagdkultur, das ebenfalls aus der Feder des Barockbaumeisters Stengel stammt. Das Gebäude mit seinem markanten Walmdach wird heute als Raum für Forst-, Landschafts- und Kulturplanung genutzt.
- Bootshaus des Saarbrücker Kanu-Club e.V. (St. Arnual): Seit 1912 ist dieser Ort ein fester Punkt für die Sport-Infrastruktur an den Ufern der Saar. Der Verein öffnet am Aktionstag seine Türen, um Vereinsarchitektur und Sportgeschichte zugänglich zu machen.
- Villa Ophüls & Kiefaber – Die Waldresidenz (Scheidt): Dieses Beispiel moderner Landhaus-Architektur aus den 1920er Jahren stand einst im Bezug zum Filmemacher Max Ophüls. Das Haus wurde von einer Wohngemeinschaft erworben, saniert und wird als Ort für Leben und Kunst erhalten.
- Westwallbunker WH 316 (Brebach-Fechingen): Als erhaltene Anlage des Westwalls dient dieser Bunker heute als Museum und leistet historisch fundierte Aufklärungsarbeit über die einstige Befestigungsinfrastruktur.
- Denkmale der Industriegeschichte in Brebach (KunstRaum & Geschichtswerkstatt): Brebach wurde durch die Halbergerhütte prägt. Die Geschichtswerkstatt und der KunstRaum dokumentieren das industrielle Erbe und begleiten den Strukturwandel des Stadtteils historisch und künstlerisch.
- Die Kirchen St. Josef (Malstatt) und St. Albert: Diese Sakralbauten zeigen die unterschiedliche Architektur der Stadtbezirke. Während St. Josef aus dem Jahr 1911 historische Monumentalität aufweist, gilt St. Albert (erbaut 1952/54 von Dominikus und Gottfried Böhm) als Beispiel des modernen Kirchenbaus im Saarland. Beide Räume sind am Aktionstag geöffnet.
- Erlebnisbergwerk Velsen: Bis 2011 als Ausbildungsbergwerk genutzt, hält ein Verein hier die Bergbautradition lebendig. Die historischen Maschinen werden funktionsfähig gehalten, um die unterirdische Infrastruktur der saarländischen Kohleära zu demonstrieren.
- Alt-Katholische Friedenskirche & die historischen Friedhöfe (Deutschherrnfriedhof / Alt-Saarbrücker Friedhof): Diese Orte spiegeln die Stadt- und Kulturgeschichte seit 1743 bzw. 1851 wider. Initiativen wie die „Freunde des Alt-Saarbrücker Friedhofs“ übernehmen hierbei die Pflege dieser sepulkralen Denkmale.
Nutzen Sie die Gelegenheit, diese unterschiedlichen Stationen in unserer Stadt zu besichtigen. Das vollständige offizielle regionale Programm für den Tag des Offenen Denkmals 2026 in Saarbrücken und im Saarland wird zeitnah vom Landesdenkmalamt Saarland veröffentlicht, die oben aufgeführten Institutionen haben am Tag des Offenen Denkmals 2025 teilgenommen.
Unser Beitrag: Das Wikinger-Museum am Aktionstag
Als Teil des Programms zeigt das Wikinger-Museum Saarbrücken, dass die Netzwerke der Nordmänner weit über die skandinavischen Küsten hinausreichte. Die Wikinger nutzen maritime und flussbasierte Handelsnetzwerke, die Europa umspannten, und hinterließen auch im Rheingebiet sowie an den Ufern der Saar Spuren.
Unser diesjähriges Veranstaltungsprogramm widmet sich dem Zusammenspiel zwischen den kontinentalen Flussläufen und den nordischen Seefahrern. Wir beleuchten die Besiedlung und die strategischen Züge der Wikinger im Rheinland sowie die Ereignisse im Saargau – insbesondere die Region um Saarbrücken nach der Schlacht von Remmich (882 n. Chr.). Zudem gehen wir aktuellen Forschungen nach: Welche genetischen, sprachlichen und kulturellen Zusammenhänge lassen sich zwischen den Nordmännern und den Menschen in der Saargegend nachweisen?
Das Aktionsprogramm im Überblick:
1. Das Vortrags- & Diskussionsforum (Im Museumsauditorium)
- 11:00 Uhr: „Die Saarschifffahrt im Visier der Nordmänner“ – Ein archäologischer Vortrag über die Fluss-Infrastruktur und Logistik der Wikingerzüge im späten 9. Jahrhundert.
- 14:00 Uhr: „DNA und Dialekt“ – Eine Podiumsdiskussion mit Historikern und Linguisten über skandinavische Einflüsse, Lehnwörter und genetische Spuren im Südwesten Deutschlands.
2. Archäologie & Mitmach-Stationen (Im Museumshof)
- Die historische Netz- & Knotenschmiede: Hier wird die Infrastruktur des Schiffbaus thematisiert. Unter Anleitung können Taue, Netze und eiserne Nieten rekonstruiert werden, die ein Wikingerlangschiff zusammenhielten. In der Schmiede kann die Bearbeitung von Eisen ausprobiert werden.
- Runensteine als Nachrichtennetzwerk: Runensteine dienten im Frühmittelalter als Kommunikationsmedium. Kinder und Jugendliche können hier ihren eigenen Namen in das jüngere Futhark-Alphabet übertragen und eine kleine Steintafel bearbeiten.
3. Erlebnis-Workshops (An der Replik unseres Langschiffs „Saar-Herold“)
- Navigations-Workshop: Gezeigt wird, wie sich die Wikinger auf ihren Handelsrouten ohne Kompass orientierten. Der Workshop vermittelt den praktischen Umgang mit Sonnensteinen (Calcit-Kristallen) und Peilscheiben.
Wir freuen uns darauf, Sie am 13. September 2026 bei uns in Saarbrücken zu begrüßen. Der Eintritt am gesamten Aktionstag ist frei.
Mit historischen Grüßen,
Ihr Museumsleiter & das Team des Wikinger-Museums Saarbrücken