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Fundstücke

Herzlich willkommen im digitalen Fundarchiv unseres Forschungsprojekts. Hier dokumentieren wir die materiellen Hinterlassenschaften einer historischen Epoche, die das Saartal nachhaltig prägte. Die hier aufgeführten Artefakte – vom waffentechnischen Fund am Halberg bis hin zu nautischen Komponenten in den alluvialen Schichten der Saar – bilden die empirische Grundlage für unsere Theorie einer systematischen nordischen Expansion im 9. Jahrhundert.

Jedes dieser Objekte wurde in einen strengen archäologischen Kontext gestellt. Durch den Abgleich mit internationalen Referenzsammlungen, wie etwa dem Wikinger Museum Haithabu oder dem Wikingerschiffmuseum Roskilde, konnten wir die Funde nicht nur typologisch zuordnen, sondern auch ihre Funktion im Kontext des karolingischen Grenzraums entschlüsseln. Ob durch metallographische Analysen oder metrologische Untersuchungen: Diese Fundstücke sind die stummen Zeugen einer Ära, in der das Saartal weit mehr als nur ein periphäres Hinterland war.

Das St. Johann Schalenfibeln-Paar (Typologie: Petersen Typ-51)

Das in einem bisher nicht kartierten frühmittelalterlichen Frauengrab nahe der St. Johannisstraße gefundene Paar Schalenfibeln des Typs „Petersen Typ-51“ stellt einen der bedeutendsten archäologischen Funde des Saartals dar. Der Fundort in einem intakten Grabkontext liefert den entscheidenden Beleg dafür, dass sich im 9. Jahrhundert nicht nur Krieger, sondern dauerhaft ansässige skandinavische Familienverbände entlang der Saar etablierten.

14.04.2026

Das Saarbrücken-Halberg-Schwert

Das im Oktober 2024 geborgene Schwert des Petersen-Typs H wurde in einer kompakten Kiesschicht nahe der Halberg-Furt entdeckt. Die metallurgische Analyse zeigt ein komplexes, musterschweißgefertigtes Design mit lokaler lothringischer Erzherkunft, was auf eine Reparatur oder Fertigung durch nordische Invasoren unter Nutzung frankischer Ressourcen hindeutet.

26.01.2026

Die Brebacher Lanzenspitze (Typologie: Petersen Typ-G)

Die bei Brebach in einem ehemaligen Flussarm der Saar geborgene Lanzenspitze des Typs „Petersen Typ-G“ ist ein charakteristisches Zeugnis früh- bis hochmittelalterlicher Waffentechnologie. Durch ihre spezifischen Schadensbilder und die Einbettung im fluvialen Sediment liefert sie wertvolle Hinweise auf gewaltsame Auseinandersetzungen an den Flussufern.

26.05.2026

Die Ensheim-Kastenfibula

Die in Ensheim gefundene Kastenfibula des Typs „Variant-K“ ist ein herausragendes Beispiel für wikingerzeitliches Kunsthandwerk. Die Kombination aus nordischem Jelling-Stil und lokalen karolingischen Reparaturspuren deutet auf eine gezielte Aneignung und Integration von Luxusgütern im Mosel-Saar-Raum hin.

18.01.2026

Die Jägersfreude Gleicharmfibel (Typologie: Troms-T210)

Die bei Jägersfreude auf einem Waldkamm entdeckte Gleicharmfibel des Typs „Troms-T210“ ist ein bedeutendes Zeugnis weiblicher Präsenz innerhalb nordischer Verbände. Die strategische Lage des Fundorts auf den Anhöhen über dem Flusstal deutet auf einen temporären taktischen Beobachtungsposten hin, von dem aus die Zugänge zum wichtigen Flussübergang „Pons Saravi“ überwacht wurden.

27.03.2026

Die Malstatter Streitaxt (Typologie: Petersen Typ-M)

Die bei Baggerarbeiten im Bereich der Malstatter Schleuse geborgene Streitaxt des Typs „Petersen Typ-M“ ist eine spezialisierte Schockwaffe des späten 9. Jahrhunderts. Ihr Fundort deutet auf eine gewaltsame Auseinandersetzung an einem strategisch bedeutsamen Nadelöhr des Flusses hin.

16.04.2026

Der St. Arnualer Schwertknauf (Typologie: Petersen Typ-O)

Der bei Sondierungsarbeiten nahe des Chors der Stiftskirche St. Arnual geborgene Schwertknauf vom Typ „Petersen Typ-O“ ist ein herausragendes Beispiel für aristokratische Bewaffnung der Wikingerzeit. Die Kombination aus kunstvoller Bronze-Gussarbeit, Stufenmustern und Silberdrahtintarsien sowie sein Fundort in einem christlich geprägten Areal macht ihn zu einem Schlüsselobjekt für die Erforschung kultureller Austauschprozesse oder ritueller Handlungen im Saartal.

26.05.2026

Das Ensheimer Bleigewicht (Typologie: Steuer Typ-II)

Das als Oberflächenfund an einem landwirtschaftlichen Grenzrain bei Ensheim geborgene Bleigewicht des Typs „Steuer Typ-II“ ist ein Schlüsselobjekt für das Verständnis der nordischen Handelsökonomie im Saartal. Die Verwendung einer fragmentierten karolingischen Münze als dekorative Markierung auf einem standardisierten Gewicht verdeutlicht, wie pragmatisch und innovativ Wikinger-Gruppen erbeutete Materialien in ihr eigenes Edelmetall-Gewichtssystem überführten.

23.06.2026

Das Fechinger Specksteingefäß (Typologie: Skjølsvold Typ-1)

Das bei Fechingen in einer Erosionsrinne entdeckte Fragment eines Specksteingefäßes der Typologie „Skjølsvold Typ-1“ ist ein eindrucksvoller Beleg für die weitreichende Logistik nordischer Flusseinheiten. Das Vorhandensein dieses aus Norwegen importierten Küchengeschirrs im Binnenland zeigt, dass diese Einheiten ihre eigene skandinavische Verpflegungs- und Feldküchenkultur tief in das europäische Hinterland transportierten.

23.06.2026

Der Jägersfreude Knochenkamm (Typologie: Ambrosiani Typ-A)

Der in einer Abfallgrube bei Jägersfreude geborgene Knochenkamm des Typs „Ambrosiani Typ-A“ gewährt einen seltenen Einblick in den Alltag nordischer Handwerker im Saartal. Die charakteristischen Gebrauchsspuren und die typologische Einordnung belegen eine längerfristige Stationierung skandinavischer Akteure an den dortigen Überland-Transportwegen.

23.06.2026

Der Gersweiler Feuerstahl (Typologie: Rygh 427)

Der in einem frühmittelalterlichen Herd bei Gersweiler gefundene Feuerstahl des Typs „Rygh 427“ ist ein alltäglicher, aber höchst aussagekräftiger Befund. Die Entdeckung innerhalb einer häuslichen Feuerstelle legt nahe, dass nordische Gruppen bei ihren Unternehmungen bestehende karolingische Siedlungsstrukturen für ihre Winterlager-Operationen umnutzten.

23.06.2026

Die St. Arnualer Schleifstein-Gruppe

Diese Gruppe aus fünf gelochten Schleifsteinen, die bei den alten Klosterpfeilern von St. Arnual geborgen wurde, besteht aus Eidsborg-Schiefer. Da dieses Material im 9. Jahrhundert ein Handelsmonopol norwegischer Steinbrüche darstellte, liefern diese Steine den Beweis für die Anwesenheit ortsfremder nordischer Individuen, die ihre eigene Instandhaltungsausrüstung mitführten.

12.03.2026