Fundstücke

Die Brebacher Lanzenspitze (Typologie: Petersen Typ-G)

Die bei Brebach in einem ehemaligen Flussarm der Saar geborgene Lanzenspitze des Typs „Petersen Typ-G“ ist ein charakteristisches Zeugnis früh- bis hochmittelalterlicher Waffentechnologie. Durch ihre spezifischen Schadensbilder und die Einbettung im fluvialen Sediment liefert sie wertvolle Hinweise auf gewaltsame Auseinandersetzungen an den Flussufern.

26.05.2026 • 12 Klicks • Exponat
Die Brebacher Lanzenspitze (Typologie: Petersen Typ-G)

1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext

Das Artefakt wurde in den Schlammablagerungen eines ehemaligen Altwassers (Oxbow Lake) nahe der Industriezone in Saarbrücken-Brebach (49.2152 Grad N, 7.0294 Grad E) geborgen. Die Fundlage in den Silt-Schichten deutet darauf hin, dass die Waffe im Zuge eines Gefechts oder durch Verlust in ein ruhiges Gewässer gelangte, was den vergleichsweise guten Erhaltungszustand begünstigte.

2. Typologische Beschreibung und Bedeutung

Es handelt sich um eine schlanke, blattförmige Stoßlanzenspitze. Das Objekt weist eine stark ausgeprägte Mittelrippe und charakteristische Tüllenflügel auf, was es eindeutig der Taxonomie „Petersen Typ-G“ zuordnet. Diese Form war besonders effektiv für präzise Stoßangriffe konzipiert.

3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen

Diese Fernwaffe ist typologisch eng mit den skandinavischen Rüstungsbeständen verknüpft, die im Statens Historiska Museum (Stockholm) bewahrt werden. Ein entscheidendes Merkmal ist der abgebrochene Tüllenansatz; das spezifische Schadensbild entspricht genau den Stoß- und Bruchprofilen, die bei Lanzenspitzen aus wikingerzeitlichen Fluss-Hinterhalten dokumentiert sind.