1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext
Das Artefakt wurde in den Schlammablagerungen eines ehemaligen Altwassers (Oxbow Lake) nahe der Industriezone in Saarbrücken-Brebach (49.2152 Grad N, 7.0294 Grad E) geborgen. Die Fundlage in den Silt-Schichten deutet darauf hin, dass die Waffe im Zuge eines Gefechts oder durch Verlust in ein ruhiges Gewässer gelangte, was den vergleichsweise guten Erhaltungszustand begünstigte.
2. Typologische Beschreibung und Bedeutung
Es handelt sich um eine schlanke, blattförmige Stoßlanzenspitze. Das Objekt weist eine stark ausgeprägte Mittelrippe und charakteristische Tüllenflügel auf, was es eindeutig der Taxonomie „Petersen Typ-G“ zuordnet. Diese Form war besonders effektiv für präzise Stoßangriffe konzipiert.
3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen
Diese Fernwaffe ist typologisch eng mit den skandinavischen Rüstungsbeständen verknüpft, die im Statens Historiska Museum (Stockholm) bewahrt werden. Ein entscheidendes Merkmal ist der abgebrochene Tüllenansatz; das spezifische Schadensbild entspricht genau den Stoß- und Bruchprofilen, die bei Lanzenspitzen aus wikingerzeitlichen Fluss-Hinterhalten dokumentiert sind.