Fundstücke

Das Fechinger Specksteingefäß (Typologie: Skjølsvold Typ-1)

Das bei Fechingen in einer Erosionsrinne entdeckte Fragment eines Specksteingefäßes der Typologie „Skjølsvold Typ-1“ ist ein eindrucksvoller Beleg für die weitreichende Logistik nordischer Flusseinheiten. Das Vorhandensein dieses aus Norwegen importierten Küchengeschirrs im Binnenland zeigt, dass diese Einheiten ihre eigene skandinavische Verpflegungs- und Feldküchenkultur tief in das europäische Hinterland transportierten.

23.06.2026 • 8 Klicks • Exponat
Das Fechinger Specksteingefäß (Typologie: Skjølsvold Typ-1)

1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext

Das Artefakt wurde in einer Erosionsrinne am Hang nahe des Kalksteinbruchs in Saarbrücken-Fechingen (49.2044 Grad N, 7.0614 Grad E) gefunden. Die Lage im Erosionsmaterial deutet darauf hin, dass das Objekt ursprünglich in einer höher gelegenen, möglicherweise temporär genutzten Siedlungs- oder Lagerstelle deponiert war und durch Hangabtrag freigelegt wurde.

2. Typologische Beschreibung und Bedeutung

Es handelt sich um ein Bruchstück eines dünnwandigen Kochtopfs aus Speckstein (Steatit). Das Gefäß weist eine äußere Aufhängungsrille sowie eiserne Reparaturflicken auf, was die hohe Wertschätzung und den langen Gebrauch des Objekts verdeutlicht. Die Formgebung entspricht präzise der Klassifikation „Skjølsvold Typ-1“.

3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen

Dieses nicht-lokale Küchenutensil stellt eine direkte Verbindung zu norwegischen Specksteinbrüchen her, deren Produkte im Kulturhistorisk Museum (Oslo) erforscht werden. Der Fund dieses schweren und bruchempfindlichen Steinmaterials ist ein starker Beweis dafür, dass nordische Flusseinheiten voll funktionsfähige skandinavische Logistik- und Feldküchenausrüstungen mit sich führten, anstatt sich ausschließlich auf lokale Ressourcen zu verlassen.