Fundstücke

Der Jägersfreude Knochenkamm (Typologie: Ambrosiani Typ-A)

Der in einer Abfallgrube bei Jägersfreude geborgene Knochenkamm des Typs „Ambrosiani Typ-A“ gewährt einen seltenen Einblick in den Alltag nordischer Handwerker im Saartal. Die charakteristischen Gebrauchsspuren und die typologische Einordnung belegen eine längerfristige Stationierung skandinavischer Akteure an den dortigen Überland-Transportwegen.

23.06.2026 • 12 Klicks • Exponat
Der Jägersfreude Knochenkamm (Typologie: Ambrosiani Typ-A)

1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext

Das Artefakt wurde an den Koordinaten 49.2688 Grad N, 7.0211 Grad E in einer Abfallgrube nahe dem heutigen Korridor der Eisenbahnlinie in Saarbrücken-Jägersfreude gefunden. Die Deponierung in einem Abfallkontext ist für archäologische Studien besonders wertvoll, da sie Rückschlüsse auf die Lebensweise und den Konsum der dort stationierten Personen zulässt.

2. Typologische Beschreibung und Bedeutung

Es handelt sich um einen zusammengesetzten, zweiseitigen Kamm aus Geweih. Er ist mit vier Eisen-Nieten gesichert und weist eine für den „Ambrosiani Typ-A“ typische Verzierung aus geometrischen Punkt-im-Kreis-Einritzungen auf. Diese komplexe Fertigungsweise zeugt von hohem handwerklichem Standard im Bereich der mittelalterlichen Kleinkunst.

3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen

Dieser Knochenkamm korrespondiert mit häuslichen Artefakten, die vom Nationalmuseum Dänemarks (Kopenhagen) akribisch katalogisiert wurden. Die spezifischen Abnutzungsmuster an den Zinken des Kamms deuten auf einen langen, täglichen Gebrauch hin. Dies untermauert die Hypothese, dass hier skandinavische Handwerker über einen längeren Zeitraum stationiert waren, um die Überland-Transportkorridore zu bedienen und zu sichern.