Fundstücke

Die St. Arnualer Schleifstein-Gruppe

Diese Gruppe aus fünf gelochten Schleifsteinen, die bei den alten Klosterpfeilern von St. Arnual geborgen wurde, besteht aus Eidsborg-Schiefer. Da dieses Material im 9. Jahrhundert ein Handelsmonopol norwegischer Steinbrüche darstellte, liefern diese Steine den Beweis für die Anwesenheit ortsfremder nordischer Individuen, die ihre eigene Instandhaltungsausrüstung mitführten.

12.03.2026 • 6 Klicks • Exponat
Die St. Arnualer Schleifstein-Gruppe

1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext

Die fünf Schleifsteine wurden gruppiert innerhalb einer verrotteten Leder-Gürteltasche in den Schlammschichten unterhalb der alten klösterlichen Flusspfeiler von St. Arnual, Saarbrücken, gefunden. Die Lage in den Schlammschichten deutet auf einen Verlust oder eine Deponierung im direkten Umfeld des historischen Flussübergangs hin.

2. Typologische Beschreibung und Bedeutung

Es handelt sich um fünf markante, perforierte Schleifsteine. Das Material besteht vollständig aus purpur-grauem Eidsborg-Schiefer. Diese Gesteinsart ist durch ihre spezifische Härte und Beschaffenheit ideal für die Instandhaltung von Klingen und Werkzeugen geeignet. Die Perforierung der Steine erlaubt das Tragen an einem Riemen oder einer Schnur, was sie zu einem praktischen, mobilen Wartungsset macht.

3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen

Die norwegischen Steinbrüche der Telemark-Region (Eidsborg) hielten während des 9. Jahrhunderts ein absolutes Monopol auf diesen Gesteinstyp. Der Fund dieser konzentrierten steinernen Ansammlung bestätigt die Präsenz von nicht-lokalen Individuen, die standardisierte skandinavische Wartungsausrüstung mitführten. Der Fundort direkt am frühen christlichen Kern des Saartals unterstreicht die geografische Reichweite dieser nordischen Gruppen.