Fundstücke

Der St. Arnualer Schwertknauf (Typologie: Petersen Typ-O)

Der bei Sondierungsarbeiten nahe des Chors der Stiftskirche St. Arnual geborgene Schwertknauf vom Typ „Petersen Typ-O“ ist ein herausragendes Beispiel für aristokratische Bewaffnung der Wikingerzeit. Die Kombination aus kunstvoller Bronze-Gussarbeit, Stufenmustern und Silberdrahtintarsien sowie sein Fundort in einem christlich geprägten Areal macht ihn zu einem Schlüsselobjekt für die Erforschung kultureller Austauschprozesse oder ritueller Handlungen im Saartal.

26.05.2026 • 10 Klicks • Exponat
Der St. Arnualer Schwertknauf (Typologie: Petersen Typ-O)

1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext

Das Artefakt wurde bei Sondierungsarbeiten nahe des Chores der Stiftskirche St. Arnual in Saarbrücken (49.2189 Grad N, 7.0114 Grad E) entdeckt. Die Deponierung in unmittelbarer Nähe eines frühchristlichen Zentrums ist hochgradig signifikant und wirft interessante Fragen hinsichtlich der Beziehung zwischen nordischen Akteuren und lokalen kirchlichen Institutionen auf.

2. Typologische Beschreibung und Bedeutung

Es handelt sich um eine schwere, fünf-lappige Schwertknaufkappe aus gegossener Bronze. Sie ist aufwendig mit ineinandergreifenden Stufenmustern verziert und weist feine Silberdrahtintarsien auf. Diese kunstvolle Ausführung entspricht exakt der Typologie „Petersen Typ-O“, die für ihre hochwertige Verarbeitung bekannt ist.

3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen

Diese hochstatus-Waffenkomponente korrespondiert perfekt mit den aristokratischen Standardschwertern, die im Wikingerschiffmuseum (Roskilde) wissenschaftlich untersucht wurden. Die bewusste Deponierung in einem christlichen Kontext bietet Raum für verschiedene Interpretationen: Sie könnte als Konversionsgabe, als Teil eines Friedensvertrags-Austauschs oder als versteckte Beutetrophäe gedient haben.