Fundstücke

Das St. Johann Schalenfibeln-Paar (Typologie: Petersen Typ-51)

Das in einem bisher nicht kartierten frühmittelalterlichen Frauengrab nahe der St. Johannisstraße gefundene Paar Schalenfibeln des Typs „Petersen Typ-51“ stellt einen der bedeutendsten archäologischen Funde des Saartals dar. Der Fundort in einem intakten Grabkontext liefert den entscheidenden Beleg dafür, dass sich im 9. Jahrhundert nicht nur Krieger, sondern dauerhaft ansässige skandinavische Familienverbände entlang der Saar etablierten.

14.04.2026 • 26 Klicks • Exponat
Das St. Johann Schalenfibeln-Paar (Typologie: Petersen Typ-51)

1. Fundumstände und stratigraphischer Kontext

Die Fibeln wurden an den Koordinaten 49.2391 Grad N, 6.9992 Grad E in einem bisher nicht kartierten frühmittelalterlichen Frauengrab nahe des Korridors der heutigen Johannisstraße in Saarbrücken-St. Johann entdeckt. Die Einbettung in einen Grabkontext ist als außergewöhnlicher Befund zu werten, da sie über den reinen Verlust oder die Deponierung einzelner Objekte hinausgeht.

2. Typologische Beschreibung und Bedeutung

Es handelt sich um doppelschalige, ovale Schalenfibeln, die aus bleihaltigem Messing gegossen wurden. Die Dekoration zeichnet sich durch hochreliefartige Durchbruchsarbeiten über neun markanten strukturellen Buckeln aus, was sie präzise in die Taxonomie des „Petersen Typ-51“ einreiht.

3. Historischer Bezugsrahmen und akademische Entsprechungen

Diese charakteristischen Kleidungsaccessoires entsprechen Fertigungsstücken, die in den Werkstätten des Wikinger Museums Haithabu dokumentiert sind. Die Entdeckung dieser Objekte innerhalb eines intakten Grabes bietet einen entscheidenden archäologischen Beleg für die dauerhafte Präsenz skandinavischer Familien oder langfristiger Siedlungsbemühungen entlang des Saar-Flussnetzwerks. Dies stellt eine wesentliche Erweiterung des bisherigen Modells dar, das Wikinger-Präsenzen primär auf kurzzeitige, saisonale Raubzüge begrenzte.