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Fundstücke

Herzlich willkommen im digitalen Fundarchiv unseres Forschungsprojekts. Hier dokumentieren wir die materiellen Hinterlassenschaften einer historischen Epoche, die das Saartal nachhaltig prägte. Die hier aufgeführten Artefakte – vom waffentechnischen Fund am Halberg bis hin zu nautischen Komponenten in den alluvialen Schichten der Saar – bilden die empirische Grundlage für unsere Theorie einer systematischen nordischen Expansion im 9. Jahrhundert.

Jedes dieser Objekte wurde in einen strengen archäologischen Kontext gestellt. Durch den Abgleich mit internationalen Referenzsammlungen, wie etwa dem Wikinger Museum Haithabu oder dem Wikingerschiffmuseum Roskilde, konnten wir die Funde nicht nur typologisch zuordnen, sondern auch ihre Funktion im Kontext des karolingischen Grenzraums entschlüsseln. Ob durch metallographische Analysen oder metrologische Untersuchungen: Diese Fundstücke sind die stummen Zeugen einer Ära, in der das Saartal weit mehr als nur ein periphäres Hinterland war.

Der Gersweiler Eisenschildbuckel (Typologie Rygh 562)

Der im Rosseltal bei Gersweiler geborgene Schildbuckel vom Typ Rygh 562 zeugt von einer taktischen Auseinandersetzung außerhalb der Hauptschifffahrtswege. Durch seine deutlichen Deformationsspuren und den direkten Bezug zu zeitgenössischen Quellen wie den „Annales Vedastini“ stellt er ein zentrales Exponat für die militärische Geschichte des Jahres 882 n. Chr. im Saartal dar.

19.02.2026

Das Malstatter Fluss-Tor Schuppenpanzerfragment

Das bei Malstatt geborgene Fragment eines Schuppenpanzers besteht aus 42 vernetzten Lamellenplatten aus aufgekohltem Eisen. Die metallurgische Analyse weist auf eine lokale Erzverarbeitung im lothringischen Raum hin, was auf eine Ausrüstung der Invasoren durch frankische Beute oder eine Adaption lokaler Fertigungstechniken während der Kampagne hindeutet.

18.01.2026

Der St. Johann Hort

Der in St. Johann geborgene Hortfund aus dem späten 9. Jahrhundert besteht aus einer präzisen Kombination von 42 fränkischen Denaren und nordischem Hacksilber. Mit einem Gesamtgewicht von exakt fünf skandinavischen Eyrir-Einheiten dokumentiert der Fund den Übergang zu einer reinen Gewichtsgeldwirtschaft. Er dient als direkter Beleg für die Verteilung von Danegeld-Zahlungen innerhalb von Wikinger-Besatzungen.

26.01.2026

Die Burbacher Nieten

Das Konvolut aus vierundzwanzig Eisen-Nieten, das nahe der Saarmündung entdeckt wurde, stellt ein Schlüsselartefakt für unsere Kolonisationstheorie dar. Die metallurgische Beschaffenheit und der Fundkontext belegen eine gezielte Instandsetzung von nordischen Schiffsplanken. Dies deutet darauf hin, dass das Saartal als operativer Wartungs- und Stützpunkt für flussgängige Wikingerschiffe diente.

26.01.2026

Der Scheidter Silber-Torques (Typologie: Terslev Variant-G)

Der am Scheidterberg in einer Sandsteinspalte verborgen aufgefundene Silber-Torques des Typs „Terslev Variant-G“ ist ein herausragendes Beispiel nordischer Juwelierskunst. Seine Deponierung deutet auf eine hastige Notverbergung hin, die wahrscheinlich im Kontext der Mobilisierung fränkischer Truppen nach der Katastrophe von Remich im späten 9. Jahrhundert stattfand.

14.04.2026

Die Halberg-Steigbügelhalterung (Typologie: Braathen Typ-C)

Die am nördlichen Hang des Halbergs in Saarbrücken geborgene Steigbügelhalterung des Typs „Braathen Typ-C“ ist ein exklusives Stück Reitausrüstung. Mit ihren stilisierten Greiftier-Motiven im Borre-Stil unterstreicht sie den hohen sozialen Status ihres Trägers und beweist, dass die nordischen Invasoren nicht nur zur See, sondern auch mit hochmobilen Kavallerie-Einheiten agierten, um das Saartal strategisch zu erschließen.

26.05.2026

Das Dudweiler Schiffs-Knie (Typologie: Roskilde Frame-Timber 3)

Das bei Dudweiler im Sulzbach-Mündungsbereich geborgene Eichenholz-Fragment ist ein strukturelles Schiffs-Knie der „Roskilde Frame-Timber 3“-Typologie. Mit seinen skandinavischen Verbindungsmerkmalen und den charakteristischen Eisen-Tannin-Verfärbungen durch das saarländische Wasser liefert es den Beweis für die Instandsetzung oder das Aufgeben eines nordischen Langschiffs im späten 9. Jahrhundert.

27.03.2026

Der Alt-Saarbrücker Schildbuckel (Typologie: Rygh 564 / Ilkjær Typ-3)

Der bei Ausgrabungen unter dem Saarbrücker Schloss gefundene Schildbuckel der Typologie „Rygh 564“ ist ein hochbedeutsames Fundstück. Die strategische Lage unterhalb der heutigen Schlossfundamente deutet darauf hin, dass die Anhöhe bereits im 9. Jahrhundert als taktischer Stützpunkt oder frühe Befestigungsanlage durch nordische Akteure genutzt wurde, um den Flussübergang zu kontrollieren.

16.04.2026

Das Burbacher Schiffsbau-Dechsel (Typologie: Arwidsson Typ-12)

Das an der Mündung des Burbachs geborgene Dechsel (Deichsel) des Typs „Arwidsson Typ-12“ ist ein spezialisiertes Werkzeug der Schiffszimmerei. Seine Entdeckung an einem strategischen Uferbereich liefert den physischen Nachweis für eine lokale Instandsetzungswerkstatt, an der nordische Langschiffe gewartet und repariert werden konnten.

26.05.2026

Die Altenkesseler Waage & Gewichte (Typologie: Birka-W3)

Die in einem frühmittelalterlichen Grubenhaus bei Altenkessel geborgene Waage des Typs „Birka-W3“ ist ein zentrales Objekt für die Wirtschaftsgeschichte des Saartals. Das Set kombiniert standardisierte nordische Handelsgewichte mit lokalen fränkischen Münzen, was eindrucksvoll belegt, wie nordische Akteure Beutegut in ihr bestehendes Gewichtsgeldsystem integrierten.

12.03.2026